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Gender Pay Gap in der Webdesign-Branche: Warum wir mehr über Preise sprechen müssen

Kennst du das Gefühl, wenn du in einer Runde mit anderen Webdesignerinnen sitzt und jemand die Frage stellt: „Was verlangst du eigentlich für eine Website?“

Die Stille, die dann folgt, ist fast greifbar.

Niemand will zu erst antworten. Niemand will sich in die Karten schauen lassen. Und wenn dann doch jemand einen Preis nennt, wird schnell hinzugefügt: „Aber kommt natürlich auf das Projekt an.“ Oder: „Ist ja bei jedem anders.“

Diese Unsicherheit und fehlende Transparenz hat Folgen, die weit über den einzelnen Moment hinausgehen. Denn sie verstärkt ein Problem, das Frauen in der Kreativbranche besonders hart trifft: den Gender Pay Gap.

Was bedeutet Gender Pay Gap konkret?

Der Gender Pay Gap beschreibt den Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen. In Deutschland liegt er aktuell bei 16 Prozent. Das klingt abstrakt. Aber es bedeutet: Frauen verdienen durchschnittlich 4,10 Euro weniger pro Stunde als Männer, für vergleichbare Arbeit.

In der Kreativbranche ist die Lücke noch größer. Webdesignerinnen verdienen durchschnittlich 7 Euro weniger pro Stunde als ihre männlichen Kollegen. Das sind fast 1.200 Euro weniger im Monat bei Vollzeit. Über ein Jahr gerechnet fehlen 14.000 Euro. Geld, das nicht in die Altersvorsorge fließt. Geld, das keine Rücklagen bildet. Geld, das fehlt.

Und während wir alle die gleichen Herausforderungen haben – Kundenanfragen, Projekte, Deadlines – gibt es diese Lücke. Das liegt nicht daran, dass wir schlechter arbeiten, sondern das wir anders mit dem Thema Preisen umgehen.

Warum Transparenz so wichtig ist

Ich bin überzeugt: Fehlende Transparenz verstärkt das Problem massiv.

Deswegen reden wir im Webdesign Women’s Club auch offen über Preise.

Wenn wir nicht wissen, was andere verlangen, orientieren wir uns am Bauchgefühl. Wir googeln vielleicht mal „Webdesigner Stundensatz“ und landen irgendwo zwischen 30 und 120 Euro. Ein riesiger Spielraum. Was ist jetzt richtig?

Ohne echte Vergleichswerte landen wir eher im unteren Bereich. „Sicher ist sicher“, denken wir. „Lieber erstmal nicht zu viel verlangen.“ Und während wir vorsichtig kalkulieren, sprechen unsere männlichen Kollegen selbstbewusster über ihre Preise, verhandeln härter und setzen höhere Stundensätze durch.

Die Zahlen aus dem Branchen-Report

Ich habe für den Branchen-Report „Was Webdesignerinnen verdienen“ Daten zusammengetragen, die mir selbst die Augen geöffnet haben. Hier ein paar Beispiele:

Stundensätze nach Erfahrung:

  • Einsteigerinnen (0-2 Jahre): durchschnittlich 45 Euro/Stunde
  • Erfahrene Webdesignerinnen (3-5 Jahre): durchschnittlich 68 Euro/Stunde
  • Spezialistinnen (6+ Jahre): durchschnittlich 85 Euro/Stunde

Klingt erstmal ganz okay, oder? Bis man sich die Zahlen der Männer anschaut. Da liegen die Durchschnittswerte jeweils 10 bis 15 Euro höher. Bei gleicher Erfahrung. Bei vergleichbaren Projekten.

Noch erschreckender: 41 Prozent der Frauen haben noch nie über ihr Honorar verhandelt. Sie haben den erstgenannten Preis akzeptiert. Oder den Preis genannt, den sie für angemessen hielten, und dabei geblieben. Egal ob der Kunde gedrückt hat oder nicht.

Den vollständigen Branchen-Report mit allen Zahlen, Grafiken und einem ehrlichen Realitäts-Check kannst du dir hier für 0€ herunterladen.

Warum verkaufen lernen kein schmutziges Wort ist

Hier kommt etwas, das ich dir ehrlich sagen will: Wir müssen lernen, unsere Arbeit zu verkaufen.

Ich weiß, bei vielen von uns löst das Wort „verkaufen“ sofort Unbehagen aus. Es klingt nach Druck, nach Überredung, nach jemandem, der uns etwas andreht, das wir nicht brauchen.

Aber darum geht es nicht.

Verkaufen bedeutet im Kern: Jemand hat ein Problem. Und du sagst: „Hey, ich hab die Lösung für dich.“

Das ist alles. Das ist keine Manipulation ohne miese Tricks. Nur die ehrliche Kommunikation darüber, was du kannst und was es wert ist.

Wenn eine Kundin zu dir kommt und sagt: „Ich brauche eine Website, die endlich Anfragen bringt“, dann ist das ein echtes Problem. Und wenn du diese Website bauen kannst, dann hast du die Lösung.

Das hat einen Wert und den darfst du benennen.

Die Lösung liegt nicht nur im Wissen

Viele denken: „Ich muss nur wissen, wie ich meinen Preis kalkuliere, dann wird das schon.“

Und ja, eine vernünftige Kalkulation ist die Grundlage. Absolut. Ohne zu wissen, wie viel du mindestens verlangen musst, um deine Kosten zu decken und ordentlich zu leben, bist du verloren.

Aber Wissen allein reicht nicht.

Du kannst die beste Kalkulation der Welt haben. Wenn du aber im Preisgespräch stockst, wenn du deinen Preis nennst und sofort anfängst zu rechtfertigen, wenn du bei „Zu teuer!“ sofort einknickt, dann hilft dir die Kalkulation nichts.

Das eigentliche Problem ist nicht der Preis, sondern das Standing dahinter.

Du musst deinen Preis verkörpern. Nicht nur wissen, dass er mathematisch richtig ist. Sondern innerlich überzeugt sein, dass er fair ist. Für dich und für die Kundin.

Was das mit dem Gender Pay Gap zu tun hat

Frauen sind statistisch gesehen zurückhaltender, wenn es ums Verhandeln geht. Das ist keine Behauptung, das ist erforscht und belegt.

Wir rechtfertigen unsere Preise häufiger. Wir geben schneller nach. Wir nennen seltener einen höheren Preis in der Hoffnung, dass die Kundin uns runterzuhandeln versucht.

Das liegt nicht an fehlender Kompetenz, sondern ein jahrelang eintrainiertes Verhaltensmuster, an gesellschaftlichen Erwartungen und an dem Gefühl, nicht zu viel verlangen zu dürfen.

Und genau hier setzt der Gender Pay Gap an.

Wenn wir nicht lernen, unsere Arbeit selbstbewusst zu verkaufen und dabei zu bleiben, werden wir weiterhin weniger verdienen. Nicht weil wir weniger können. Sondern weil wir weniger fordern.

Was du jetzt tun kannst

Der erste Schritt ist immer Bewusstsein. Du musst wissen, wo du stehst. Was andere verdienen. Was realistisch ist. Was möglich ist.

Deshalb habe ich den Branchen-Report erstellt.

Er zeigt dir, was Webdesignerinnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz wirklich verdienen. Nach Erfahrungsjahren aufgeschlüsselt. Mit echten Zahlen. Und einem ehrlichen Blick auf die Lücke zwischen dem, was wir verlangen, und dem, was möglich wäre.

Du findest dort:

  • Durchschnittliche Stundensätze nach Erfahrungsjahren
  • Typische Projektpreise im Vergleich
  • Gender Pay Gap Daten für die Kreativbranche
  • Einen Realitäts-Check: Wo stehst du im Vergleich?

Der Report ist kostenlos. Weil ich glaube, dass Transparenz der erste Schritt ist. Dass wir nur dann etwas ändern können, wenn wir die Zahlen kennen.

Hier kannst du dir den Branchen-Report herunterladen.

Zusammenfassung: Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

  • Der Gender Pay Gap in Deutschland liegt bei 16 Prozent, in der Kreativbranche bei durchschnittlich 7 Euro/Stunde weniger für Frauen
  • Fehlende Transparenz über Preise verstärkt das Problem, weil wir uns ohne Vergleichswerte am unteren Ende orientieren
  • 41 Prozent der Frauen haben noch nie über ihr Honorar verhandelt
  • Verkaufen bedeutet nicht manipulieren, sondern ehrlich zu kommunizieren, dass du eine Lösung für ein Problem hast
  • Kalkulation ist wichtig, aber Standing dahinter ist entscheidend
  • Der Branchen-Report zeigt dir, wo du im Vergleich stehst und macht die Lücke sichtbar

Das muss sich ändern und es fängt damit an, dass wir ein Bewusstsein dafür entwickeln.

Dass wir anfangen, über Preise zu sprechen. Offen. Ehrlich. Ohne dieses unangenehme Schweigen.

Damit die nächste Generation von Frauen es leichter hat. Damit faire Bezahlung normal wird. Und damit wir endlich aufhören, unter Wert zu arbeiten.

Deine Steffi

Zwei Frauen stehen auf gestapelten Münzsäulen, symbolisieren Gender Pay Gap im Webdesign.
Digitale Unterlagen und Rechner für Webdesigner im Branchen Report.

Branchen-Report

Was Webdesigner­innen verdienen

Podcast-Cover für Webdesign Women mit einer sitzenden Frau, die ein Smartphone hält.

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