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#11 Marketing als Webdesignerin – warum es sich wie Prahlen anfühlt (und was wirklich hilft)

Die Selbstvermarktung ist in der Selbstständigkeit für viele die Königinnendisziplin. Über das eigene Angebot zu sprechen und sich selbst zu vermarkten, fällt vielen nicht leicht, mir ging es lange genauso. „Marketing fühlt sich für mich wie Prahlen an“, hat mal eine Webdesign Woman gesagt, und ich verstehe genau, was sie meint. Mittlerweile habe ich es geschafft, ein paar andere Perspektiven mit reinzubringen, und die möchte ich heute teilen.

Am Anfang fühlte sich Marketing für mich falsch an

Auch mir fiel es am Anfang schwer, mich selbst zu vermarkten. Gestartet bin ich mit Instagram und Facebook. Ich weiß noch, wie ich teil-selbstständig war und versucht habe, eine Story über mein Angebot aufzunehmen. Ich habe mich komisch gefühlt, irgendwie wie eine Influencerin, und hatte die Stimmen meiner Kolleginnen im Kopf: „Oh Gott, was bildet die sich ein?“ Das hat mich stark blockiert. Es hat ein paar Monate gedauert, bis ich mich Stück für Stück rausgetraut habe, und auch dann war ich noch sehr unsicher.

Such dir deine eigene Bühne

Geholfen haben mir verschiedene Dinge. Das erste war ein Buch von Tijen Onaran, „Nur wer sichtbar ist, findet auch statt“. Es ist nicht speziell an Selbstständige gerichtet, sondern an Personal Branding allgemein, aber vieles passt trotzdem.

Sie beschreibt darin ein Bild, das bei mir den allerersten Knoten gelöst hat: dass du dir als Selbstständige deine eigene Bühne suchen musst. In der Festanstellung bist du im Unternehmen, lernst die Kolleginnen kennen, präsentierst dich in Meetings, und die Menschen lernen dich nach und nach kennen. Als Solo-Selbstständige hast du das nicht. Du brauchst eine eigene Bühne, auf der du dich zeigen kannst, und der Text auf deiner Über-mich-Seite reißt es allein nicht raus.

Gerade in der Dienstleistung suchen sich Menschen nicht nur dein Angebot aus, sondern auch die Person, mit der sie arbeiten wollen. Deshalb ist es wichtig, dass man dich irgendwo erlebt. Welche Plattform dafür die richtige ist, ist eine eigene Frage, über die ich in der Folge zu Social Media als Webdesignerin gesprochen habe.

Seit diesem Bild habe ich nicht mehr das Gefühl, mich „darstellen“ zu müssen. Ich brauche einfach einen Kanal, über den man mich als Person kennenlernt.

Was hinter dem Gefühl von Prahlen steckt

Hinter dem Wort „Prahlen“ stecken oft Erziehung und Glaubenssätze. Ich bin so sozialisiert, und du vielleicht auch: Nimm als Frau nicht zu viel Raum ein, sei nett und brav, ordne dich unter, sei nicht kompliziert, fall nicht auf. Diese Prägung unterstützt das Bild, dass es sich wie Prahlen anfühlt, wenn ich über mich und mein Angebot spreche.

Schau ruhig mal hinter dieses Gefühl. Vielleicht fällt dir eine Situation ein oder eine Stimme, die zu dir gesagt hat: „Tanz nicht so aus der Reihe.“ Allein das hilft schon, die Perspektive zu verändern. Denn eigentlich haben wir eine Kundin und wollen ihr unser Angebot anbieten. Und das geht nur, wenn wir darüber sprechen, erzählen, wofür es gut ist und für wen es nicht passt. Sonst erreichen wir niemanden.

Klar, wenn eine Zusammenarbeit gut lief, wird man weiterempfohlen. Das funktioniert, ist aber ein Selbstläufer. Deshalb brauchen wir trotzdem eigene aktive Kanäle, auf denen wir über uns sprechen.

Es geht um deine Intention

Der große Unterschied ist deine Intention. Ich gehe stark davon aus, dass du mit deinem Angebot Gutes bewirken willst, dass du eine klare Vision hast und etwas Gutes in die Welt bringen möchtest. Dann kann es doch gar nicht falsch sein, darüber zu sprechen.

Gerade jetzt, wo um uns herum so viel Negatives passiert und so viele Menschen Macht haben, die sie besser nicht hätten, finde ich es umso wichtiger, dass wir mit unserer eigenen Botschaft nach draußen gehen. Mir hilft dieser Gedanke sehr: Wenn ich über meine Themen spreche, will ich damit Gutes bewirken. Und wenn ich mit der Arbeit für die Frauen, die ich unterstütze, mein Einkommen sichere und meine Familie ernähre, dann ist das doch das Schönste.

Kontinuität macht es leichter

Manchmal fühlt es sich trotzdem komisch an, über sich und das eigene Angebot zu sprechen oder zu teilen, dass man Kapazitäten frei hat. Bei mir wird es leichter, je kontinuierlicher ich es mache. Wenn ich länger nicht aktiv darüber gesprochen habe, fällt mir der Wiedereinstieg schwer, dann kommt schnell das Gefühl „jetzt nerve ich“.

Deshalb lege ich dir ans Herz: Je weniger Pausen du machst und je kontinuierlicher du über diese Dinge sprichst, desto leichter wird es.

Du bist meilenweit vom Guru entfernt

Vielleicht stecken auch bei dir Prägungen oder Glaubenssätze dahinter. Dann geht es erst mal darum, sie aufzuschreiben und zu hinterfragen, was dahintersteckt. Du willst nicht auffallen, und das wirkt schnell wie Prahlen.

Vor ein paar Jahren waren auf Social Media sehr viele Coaches total laut. Das war teilweise eine reine Ich-Show, fast schon Gurutum. Wenn du über dein Angebot sprichst, bist du davon mit Sicherheit meilenweit entfernt.

Dahinter steckt oft noch etwas anderes: die Angst, verletzt zu werden. Wenn du dich zeigst, machst du dich verletzbar. Und wenn jemand nach einem Beitrag den Newsletter abbestellt, ist das ganz normal, auch wenn es manchmal etwas mit einem macht. Dann hilft vielleicht das Bild, das mir geholfen hat: Wir brauchen eine Bühne, die wir einnehmen dürfen, damit unsere potenziellen Kundinnen die Chance bekommen, uns kennenzulernen und zu erfahren, was wir anbieten.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

  • Selbstvermarktung fühlt sich oft wie Prahlen an, dahinter stecken meist Prägungen und Glaubenssätze.
  • Such dir eine eigene Bühne. Als Solo-Selbstständige lernt man dich sonst nirgends kennen.
  • In der Dienstleistung wählen Menschen die Person, nicht nur das Angebot.
  • Erinnere dich an deine Intention: Du willst mit deinem Angebot etwas Gutes bewirken.
  • Kontinuität macht es leichter. Je weniger Pausen, desto natürlicher fühlt es sich an.
  • Sich zu zeigen macht verletzbar, und das ist okay. Eine abbestellte Newsletter-Anmeldung ist normal.

Wenn du ein Thema hast, das dich interessiert, schreib mir wie immer gern auf Instagram unter @webdesign.women.

Diese Folge gibt es auch zum Hören.

Deine Steffi

Hier anhören:

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Hi ich bin Steffi

Webdesignerin und die Stimme hinter dem Webdesign Women Podcast. Seit Jahren baue ich mir meine Selbstständigkeit so auf, dass sie zu meinem Leben passt. Darüber spreche ich hier: ehrlich, aus eigener Erfahrung und ohne Hochglanz. Wenn du als Webdesignerin selbstständig bist oder es werden willst, bist du hier genau richtig. 

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