Als ich erzählt habe, dass ich diesen Podcast gestartet habe, kam eine Nachricht rein, sinngemäß: „Und das auch noch mit Baby. Ich schaffe es seit Monaten nicht, einen Podcast zu veröffentlichen.“ Ich glaube, dieses Gefühl kennst du. Dieses „Wie hat die das geschafft, und ich schaffe es nicht?“
Vergleichen passiert uns allen. Auf Social Media besonders schnell, aber auch wenn wir auf die Website einer Kollegin schauen oder sehen, was andere Beraterinnen und Coaches gerade so machen. Es löst ein ungutes Gefühl aus, und man verliert sich darin. Ich kenne das von mir selbst.
Deshalb teile ich heute drei Gedanken, die mir helfen, anders auf solche Momente zu schauen. Vielleicht helfen sie dir auch.
Punkt 1: Jedes Business sieht von außen anders aus, als es ist
Jedes Business hat seine unfertigen Ecken. Struggles, schwankende Umsätze, Launches, die nicht so laufen, Projekte, bei denen die Kundschaft mal unzufrieden ist, ungeklärte Dinge. Von außen nehmen wir das gar nicht wahr. Das gilt für uns Solo-Selbstständige genauso wie für kleine Teams und sogar für große Konzerne mit super Ruf. Du steckst nie in diesem Business drin, du hast nie die Gedanken und Gefühle, die diese Person hat.
Und je größer ein Business wird, desto größer werden auch die Probleme. Mehr Umsatz heißt mehr Verantwortung, gerade wenn Mitarbeitende dazukommen. Das sehen wir von außen meistens nicht.
Selbst die selbstbewusstesten Menschen haben Tage, an denen sie sich nicht selbstbewusst fühlen. Selbstbewusstsein übt man jeden Tag, in jedem Gespräch, bei jedem Pitch, bei jedem Gedanken über sich selbst. Ich habe auch Tage, da fühle ich mich klein und unwichtig und habe das Gefühl, alle anderen sind besser. Letztes Jahr, als ich durch Schwangerschaft und Mutterschutz mehrere Monate nicht gearbeitet habe, war so eine Phase. Ein Teil in meinem Kopf meinte: Jetzt bleibst du stehen, alle ziehen an dir vorbei, vielleicht schaffst du den Wiedereinstieg gar nicht. Diese Schwankungen sind völlig normal. Die Frage ist nur, wie du damit umgehst und ob du dir eine Art Notfallset zulegst, um da wieder rauszukommen.
Punkt 2: Jeder Mensch hat andere Energiereserven
Ob du an Astrologie oder Human Design glaubst oder nicht, eines lässt sich gut nachvollziehen: Jeder Mensch hat unterschiedlich viel Energie zur Verfügung und geht anders an Dinge heran.
Ich zum Beispiel bin on fire, wenn ich eine Idee habe. Ich kann es kaum erwarten, lege los, bin schnell und voll drin. Bei Website-Projekten, die zehn, elf, zwölf Wochen dauern, kann ich dagegen zusehen, wie dieses Feuer langsam kleiner wird und irgendwann erstickt.
Andere starten ganz anders. Sie brauchen länger, bereiten vor, lesen sich Wissen an, haben nicht diese starke „Wir machen das jetzt“-Energie. Dafür haben sie Kontinuität. Für sie sind Projekte über zwölf Wochen, Monate oder Jahre nicht so erdrückend, im Gegenteil, sie mögen diese stabile Energie und brauchen sie sogar.
Wir haben also alle andere Voraussetzungen und Vorlieben. Ich habe schon Dinge für die Papiertonne produziert, weil ich angeknipst war und sofort umgesetzt habe, nur um am nächsten Tag zu merken: Nein, das ist es doch nicht. Genau diese Energie spart sich jemand, der stabiler arbeitet. Wenn du das im Hinterkopf hast, kannst du dich gar nicht mehr so leicht vergleichen.
Punkt 3: Vergleich dich nur mit dir selbst
Den hast du sicher schon gehört: Wenn du dich vergleichst, dann nur mit dir selbst. Denn jeder Mensch startet mit anderen Voraussetzungen. Zwei Kinder sind eine andere Situation als Single zu sein. Manche haben ein ganzes Dorf, das bei der Kinderbetreuung hilft, manche haben das nicht. Manche haben studiert, andere haben sich alles selbst beigebracht.
Wir wissen nie, mit welchen Voraussetzungen jemand gestartet ist. Das weißt du eigentlich, aber im Vergleichsmoment vergisst man es so leicht.
Was mir hilft, wenn ich mich wieder vergleiche
Diese drei Gedanken holen mich raus, wenn ich merke, heute ist so ein Tag, an dem jede und jeder alles besser macht als ich. Und was zusätzlich hilft: alles ausmachen, nicht weiter schauen, sich auf sich selbst besinnen und wieder bei den eigenen Fähigkeiten ankommen.
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick
- Jedes Business sieht von außen anders aus, als es innen ist. Du siehst die unfertigen Ecken der anderen nicht.
- Jeder Mensch hat andere Energiereserven. Schnelle Umsetzungsenergie und ruhige Kontinuität sind beide wertvoll.
- Vergleich dich nur mit dir selbst, weil niemand mit denselben Voraussetzungen startet.
- Wenn der Vergleichsmodus kommt: alles ausmachen und zu dir selbst zurückkommen.
Vielleicht hilft dir dieser Perspektivwechsel beim nächsten Mal genauso wie mir. Wenn du magst, schreib mir auf Instagram unter @webdesign.women, welcher der drei Gedanken dir am meisten hilft.
Diesen Gedanken gibt es auch als Podcast-Folge zum Hören. Du findest die Links hier unten.
Deine Steffi