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#14 Website-Sprints als Geschäftsmodell: Warum ich mein Angebot als Webdesignerin umgestellt habe

Diese Folge ist aus diesem Reel entstanden, das ich vor ein paar Tagen geteilt habe. Darin ging es um die Frage, ob deine Angebote in dein Leben passen oder ob du einfach übernimmst, was alle so machen. Weil ich dazu einen tollen Austausch in den Kommentaren und per Nachricht hatte, gehe ich hier noch mehr ins Detail.

Ich biete meine Leistungen in Sprintformaten an. Wenn ich Websites erstelle, Brandings entwickle oder Updates mache, dann am liebsten in Sprints.

Was ein Website-Sprint konkret bedeutet

Ein Sprint heißt: Es gibt einen festen Zeitraum für eine Website. Bei mir war das immer eine Woche, oder ein One-Pager an einem einzigen Tag. In dieser Zeit wird die komplette Seite umgesetzt.

Meine Kundinnen wissen genau: In dieser Woche wird die Website gebaut, an diesem Tag der One-Pager, und ich stehe für Rückfragen bereit. Es gibt einen klaren Anfang, ein klares Ende und klare Vorgaben. Dieses „Das machen wir später, das reiche ich noch nach“ fällt damit weg. Es ist von Anfang an geklärt, was passiert, wenn Inhalte fehlen, und bis wann ich sie brauche.

Warum ich mein Angebot umgestellt habe

Ich kam, ich glaube 2022 oder 2023, an einen Punkt, an dem mir alles zu viel war. Ich hatte am Ende acht offene Projekte auf dem Tisch, obwohl ich ein gutes Zeitmanagement habe. Es kamen viele unglückliche Zufälle zusammen: Projekte, die sich verschoben haben, fehlende Zuarbeit, unklare Punkte in den AGB. Ich stand kurz vor dem Burnout, war völlig überarbeitet und hatte keine Lust mehr auf meine Arbeit.

Dazu kommt: Je länger ein Projekt dauert, desto mehr verliere ich die Lust daran. Ich liebe schnelle Ergebnisse, aber sobald etwas sieben, acht, neun Wochen dauert, geht bei mir die Luft raus. Und das ist auch meinen Kundinnen gegenüber unfair.

Acht offene Projekte auf einmal fühlten sich an wie ein riesiges Paket auf meinem Rücken. Selbst wenn ich nicht aktiv daran gearbeitet habe, hingen sie energetisch da. Ich saß von morgens bis abends am Schreibtisch, und es war wie im Treibsand: Je mehr ich gebuddelt habe, desto tiefer steckte ich fest.

Also habe ich die Konsequenz gezogen. Ich habe alles abgeschlossen, erst mal nichts Neues angenommen und mein komplettes Business umstrukturiert. So bin ich zu den Sprint-Angeboten gekommen. Wie schnell man in die Falle „ausgebucht und trotzdem am Limit“ rutscht, habe ich übrigens in der Folge zu Ausgebucht als Webdesignerin noch genauer beschrieben. Ein Buch hat mich damals zusätzlich darin bestärkt, etwas an meinem Businessaufbau zu ändern, das verlinke es unten.

Die Vorteile der Sprints

Der erste große Vorteil ist die Vereinbarkeit. Hätte ich weiter Vollzeit in Kundenprojekten gesteckt, hätte ich die Webdesign Women nie gründen können. Heute plane ich genau, welche Wochen und Tage für mein Design-Business geblockt sind. Ich tauche einmal voll ins Projekt ein und habe danach wieder Kapazitäten für die Webdesign Women oder für Passion Projects wie meinen YouTube-Kanal.

Der zweite Vorteil ist die Tiefe. In einem kurzen Zeitfenster kann ich mich ganz tief in ein Unternehmen reindenken und danach mit dem Kopf wieder rausgehen, statt ständig acht Projekte parallel offen zu haben. Das verändert die Qualität meiner Arbeit komplett, weil ich mich für einen Zeitraum voll auf ein einziges Unternehmen konzentriere.

Der dritte Vorteil: Ich habe wieder richtig Lust auf meine Selbstständigkeit bekommen. Und das ist essenziell. Die Intensität der Sprints gibt mir genau das zurück.

Die Nachteile, ganz ehrlich

Sprints haben aber auch Nachteile. Ich kann nicht mehr mit jeder Kundin arbeiten, weil nicht jedes Projekt zu diesem Format passt. Bei sehr individuellen, großen und komplexen Projekten kommt man mit Sprints an seine Grenzen. Ich habe eine klare Struktur, das heißt nicht, dass jede Website gleich aussieht, im Gegenteil, meine Sprint-Websites sind alle unterschiedlich, aber manche Dinge gehen in diesem Format einfach nicht.

Ich kann auch nicht mehr mit jeder Persönlichkeit arbeiten, weil du für diese Art der Umsetzung schnelle Entscheidungen treffen können musst, und das liegt nicht jedem.

Dazu sind Sprints intensiv. In dieser Zeit arbeite ich länger und muss mich tief reinfuchsen, weil ich in kurzer Zeit viel umsetze. Das spüre ich, wenn die Tage oder Wochen vorbei sind. Für mich ist das okay, weil es immer nur ein begrenzter Zeitraum ist, aber das muss man wissen. Mit meiner neuen familiären Situation plane ich das gerade ohnehin neu, in der bisherigen Form geht es nicht mehr.

Und du musst den Ablauf genau kennen: wann du was tust, wann deine Kundinnen was liefern müssen, und du musst sie gut durch den Prozess begleiten, damit es klappt.

Ich plane übrigens einen Workshop dazu. Wann genau, weiß ich noch nicht, aber du kannst dich ganz unverbindlich auf die Warteliste eintragen, dann melde ich mich, wenn es so weit ist.

Sprints sind nicht der heilige Gral

Eines ist mir wichtig: Sprints sind nicht der heilige Gral. Für mich sind sie die beste Antwort für mein Unternehmen, und das ist super individuell.

Worum es mir eigentlich geht, ist die Frage: Hast du deine Angebote so gestaltet, dass sie in dein Leben passen, oder machst du Dinge, weil man sie eben so macht? In der Selbstständigkeit übernehmen wir oft Strukturen, weil es alle so tun. Ich habe zum Beispiel irgendwann aufgehört, mit Wireframes zu arbeiten, weil ich die nur für mich gemacht habe und sie eigentlich gar nicht brauchte. Manche machen ihren Designentwurf direkt im Umsetzungsprogramm statt in Figma. Das ist nicht besser oder schlechter, es passt einfach zu ihrer Arbeitsweise.

Schau dir deshalb mal deine eigenen Prozesse an. Wirst du so kontaktiert, wie du es dir wünschst? Bekommst du Inhalte so geliefert, wie du sie haben möchtest? Das ist meine Kernfrage an dich: Passt dein Angebot zu deinem Leben und passt es zu dir?

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

  • Ein Website-Sprint setzt eine Seite in einem festen Zeitraum um, mit klarem Anfang, Ende und klaren Vorgaben.
  • Ich habe umgestellt, weil mich acht parallele Projekte an den Rand des Burnouts gebracht haben.
  • Vorteile für mich: bessere Vereinbarkeit, mehr Tiefe pro Projekt und wieder echte Lust auf die Arbeit.
  • Nachteile: nicht jede Kundin und nicht jedes Projekt passt, und die Sprintphasen sind intensiv.
  • Sprints sind nicht für alle die Lösung. Entscheidend ist, dass dein Angebot zu deinem Leben passt.
  • Hinterfrage deine Prozesse, statt Abläufe zu übernehmen, nur weil man sie so macht.

Wenn dich die Sprint-Angebote noch mehr interessieren, schau gern auf meinem YouTube-Kanal vorbei, dort habe ich eine ganze Sprintwoche begleitet, und trag dich bei Interesse auf die Workshop-Warteliste ein. Über Feedback freue ich mich immer auf Instagram unter @webdesign.women.

Diese Folge gibt es auch zum Hören.

Deine Steffi

Hier anhören:

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Hi ich bin Steffi

Webdesignerin und die Stimme hinter dem Webdesign Women Podcast. Seit Jahren baue ich mir meine Selbstständigkeit so auf, dass sie zu meinem Leben passt. Darüber spreche ich hier: ehrlich, aus eigener Erfahrung und ohne Hochglanz. Wenn du als Webdesignerin selbstständig bist oder es werden willst, bist du hier genau richtig. 

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