Du scrollst abends durch Instagram und da ist wieder dieser Post. Ich mache im Monat konstant „10K Umsatz als Webdesign Freelancerin“. Darunter dreißig Kommentare, die diese Person feiern. Du legst das Handy weg, denkst an deinen eigenen Kontostand und denkst: schön für sie, aber das ist unrealistisch und unerreichbar für mich.
Doch. Genau das will ich dir hier zeigen.
Starke Monate sind keine Glückssache und kein Geheimnis, das nur ein paar Designerinnen kennen. Ein 10k-Monat ist rechenbar, sobald du verstehst, woraus er sich zusammensetzt. Ich habe lange selbst geglaubt, solche Zahlen seien für andere reserviert. Heute weiß ich, dass sie an deinem Preis, deiner Auslastung und deinem Angebot hänge und nicht an deinem Talent.
In diesem Blog Beitrag zeige ich dir, wie sich dein Verdienst wirklich zusammensetzt, wie ein starker Monat entsteht und welche Stellschrauben deine Zahl nach oben bewegen. Die echten Vergleichswerte aus dem deutschsprachigen Markt liefert dir dabei mein Branchen-Report, damit du eine reale Orientierung hast statt einer Instagram-Schlagzeile.
Umsatz und Verdienst sind nicht dasselbe
Bevor wir über starke Monate reden, eine wichtige Unterscheidung. Umsatz ist, was reinkommt. Verdienst ist, was bei dir bleibt. Wenn jemand von 15.000 Euro Umsatz postet, siehst du den Rechnungsbetrag, nicht das, was nach Kosten und Steuern übrig ist. Das darfst du bei der Bewertung nicht vergessen. Du siehst nicht, welche Kosten diesen Umsätzen gegenüberstehen. Hat diese Person Mitarbeitende? Bezahlt sie davon Büromiete? Arbeitet sie mit Freelancer:innen zusammen.
Es ist die Grundlage dafür, die richtige Zahl ins Visier zu nehmen. Sobald du weißt, wie der Weg von Umsatz zu Verdienst aussieht, kannst du ihn gezielt steuern.
So entsteht ein starker Monat
Lass uns das einmal sauber durchrechnen. Ich nehme Beispielzahlen, die du gleich durch deine eigenen ersetzt.
Ein 10.000-Euro-Monat klingt groß, bis du ihn aufteilst. Bei einem Stundensatz von 100 Euro sind das 100 abrechenbare Stunden im Monat. Verteilt auf vier Wochen sind das rund 25 abrechenbare Stunden pro Woche. Das ist viel, aber es ist machbar, wenn dein Preis stimmt und deine Woche sauber organisiert ist.
Jetzt der ehrliche Teil. Eine 40-Stunden-Woche heißt nicht 40 abrechenbare Stunden. Akquise, Calls, Angebote, Buchhaltung, all das bezahlt dir niemand direkt. Dein Stundensatz entscheidet hier am stärksten über deinen Monat.
Wer 50 Euro nimmt, müsste für denselben Umsatz das Doppelte an Stunden abrechnen, und das geht irgendwann körperlich nicht mehr auf.
Wie viele abrechenbare Stunden Webdesignerinnen wirklich zusammenbekommen und welche Stundensätze sie ansetzen, habe ich im Branchen-Report gesammelt. So kannst du deine eigenen Zahlen direkt danebenlegen und siehst, ob dein Preis dich überhaupt in die Nähe eines starken Monats bringt.
Die Lecks, die dich unter deinem Wert halten
Wenn 10k-Monate für dich noch weit weg klingen, liegt das selten an fehlendem Können. Meistens liegt es an Stellen, an denen dein Geld leise verloren geht.
Da sind die Posten, die fast nie jemand aufschreibt:
- Krankenversicherung und Altersvorsorge
- Software, Tools, Lizenzen
- Steuerberatung, Versicherungen, Weiterbildung
- Phasen ohne Auftrag, in denen trotzdem alles weiterläuft
Und dann sind da die Unsichtbaren posten. Die „nur 5 Minuten“, die zur Stunde werden. Die kleine Gefälligkeit nach Projektabschluss. Bei einer Kollegin waren das über drei Monate 94 Stunden. Fast zwei komplette Projekte. Verschenkt.
Doch die gute Nachricht ist, jedes dieser Lecks kannst du schließen. Das wichtigste ist hinzuschauen und zu erkennen, dass sie da sind. Und sobald du das tust, rückt der starke Monat näher, ohne dass du eine einzige Stunde mehr arbeitest.
Was deinen Verdienst wirklich nach oben bewegt
Drei Hebel verändern deine Zahl am Monatsende und keiner davon heißt „mehr arbeiten“.
Dein Stundensatz
Die meisten Webdesignerinnen, mit denen ich spreche, nehmen zu wenig und begründen es zu lang. Ein klarer, fair kalkulierter Preis verändert dein Einkommen schneller als jedes zusätzliche Projekt.
Deine Prozesse
Wenn sich jede Anfrage neu anfühlt, verlierst du Zeit, die du nie in Rechnung stellst. Ein wiederholbarer Ablauf von der Anfrage bis zum Abschluss macht dich ruhiger und gleichzeitig profitabler. Gleiche Arbeit, weniger verschenkte Stunden. Wenn du Website Projekte in Tagen anstatt Stunden umsetzen willst, dann nimm an meinem Website-Sprint Workshop teil. Dort lernst du mein 3-Schritte-System, mit dem ich OnePager an einem Tag und vollständige Websites in drei bis fünf Tagen umsetze.
Deine Grenzen
Jede unbezahlte Gefälligkeit ist Einkommen, das du verschenkst. Ein klarer Satz wie „das Projekt ist abgeschlossen, weitere Änderungen rechne ich nach Aufwand ab“ ist kein hartes Geschäft. Er ist die Voraussetzung dafür, dass deine Arbeit dich trägt.
Setz dich einmal hin und rechne deinen besten Monat ehrlich durch. Stundensatz mal abrechenbare Stunden, dann ehrlich gegen deine Kosten. Du siehst sofort, wie nah du an deinem nächsten starken Monat wirklich bist.
Zusammenfassung: Die wichtigsten Punkte
- Umsatz und Verdienst sind nicht dasselbe. Die Zahl, die zählt, ist das was am Ende bei dir bleibt.
- Ein 10k-Monat ist rechenbar. Bei 100 Euro Stundensatz sind das rund 25 abrechenbare Stunden pro Woche.
- Dein Stundensatz entscheidet stärker über deinen Monat als die Zahl deiner Projekte.
- Die größten Verluste entstehen an Lecks wie unbezahlten Gefälligkeiten, und genau die kannst du schließen.
- Echte Marktwerte für den deutschsprachigen Raum findest du im Branchen-Report.
Lass dir nicht einreden, dass starke Monate nur für andere sind. Sie hängen nicht am Glück und nicht an deinem Lebenslauf, sondern an deinem Preis, deiner Auslastung und deinen Angeboten.
Wenn du wissen willst, wo du im Vergleich zum Markt wirklich stehst und welcher Stundensatz deinen 10k-Monat trägt, hol dir den Branchen-Report und leg deine Zahl daneben.
Deine Steffi